12. bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtkranken Familien findet vom 14. bis 20. Februar 2021 statt

blaues_kreuz_muenchen_ev_aktionswoche_kinder_sucht Etwa drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland wachsen in einem Haushalt mit suchtkranken Eltern auf. Für sie stellten und stellen die Lockdowns und Kontaktbeschränkungen der vergangenen Monate eine besondere Belastung dar. Der Stress in den Familien stieg und damit auch der Alkohol- und Drogenkonsum der suchtkranken Eltern. Gleichzeitig verstärkte die Schließung von Bildungs- und Freizeiteinrichtungen die Isolation der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Sie suchten mehr Hilfe bei Beratungsangeboten im Internet, die es auszubauen gilt. Doch auch ein verbessertes Online-Angebot kann den persönlichen Kontakt zu Fachkräften vor Ort nicht ersetzen. Nach wie vor stehen Bund, Länder und Kommunen in der Pflicht, ein flächendeckendes und regelfinanziertes Hilfesystem aufzubauen.

Dazu die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig MdB: „Die Sucht im Elternhaus ist für viele Kinder eine existenzielle Belastung: Dauerstress, Verunsicherung und Scham bestimmen ihren Alltag. All das bleibt nicht ohne Folgen. Zwei von drei Kindern aus suchtbelasteten Familien werden später selbst suchtkrank oder leiden unter anderen psychischen Erkrankungen. Das gilt es unbedingt zu verhindern! Mit den Empfehlungen der Bundesregierung eingesetzten Arbeitsgruppe „Hilfen für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern“ liegt endlich eine Blaupause vor, was Politik und Gesellschaft tun können, um die Situation der Betroffenen zu verbessern. Jetzt müssen diese Empfehlungen möglichst schnell in der Praxis umgesetzt werden, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird!“

Die Corona-Pandemie, ihre Folgeerscheinungen und auch die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung haben die Belastung von Kindern und Jugendlichen, die mit suchtkranken Eltern aufwachsen, verstärkt. Schon zu Beginn der Pandemie warnte die Weltgesundheitsorganisation vor erhöhtem Alkoholkonsum als Reaktion auf den zunehmenden Stress. Eine Umfrage der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) in Nürnberg und des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim im Frühjahr vergangenen Jahres bestätigte diese Befürchtungen. Über 37 Prozent der Befragten gab an, dass ihr Alkoholkonsum in den Wochen des Lockdowns gestiegen sei.

In der Aktionswoche sollen wieder zahlreiche Veranstaltungen auf die Situation der Kinder aus Suchtfamilien hinweisen und die politischen Forderungen unterstreichen. Alle Einrichtungen, Initiativen, Projekte aus Jugend- und Suchthilfe und der Sucht-Selbsthilfe und ihre Verbände sind eingeladen mitzumachen. Gefragt sind – gerade in Zeiten der Pandemie - kreative Ideen und Wege, um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, Wissen zu vermitteln, Hoffnung zu verbreiten und betroffenen Kindern und deren Familien Wege zu Hilfe und Genesung zu weisen.

Alle Informationen zu Veranstaltungen und Anregungen zum Mitmachen finden sich auf der Webseite www.coa-aktionswoche.de. Kontakt: info@coa-aktionswoche.de

Weitere Informationen auch unter: https://www.dhs.de/lebenswelten/kinder-aus-suchtfamilien