Alkoholfreies Abendmahl in München

jeden Mittwoch
18:00 Uhr, 81737 Neuperlach, Oskar-Maria-Graf-Ring 51, Klinikum Neuperlach

jeden Sonntag
10:00 Uhr, 80538 München, Mariannenplatz 3, St. Lukas

jeden 1. Sonntag im Monat
09:00 Uhr 80999 München, St.-Johann-Straße 24, Epiphanis-Kirche
09:30 Uhr 81667 München, Preysingplatz 1, St. Johanneskirche
09:30 Uhr 80333 München, Gabelsbergerstraße 6, St. Markuskirche
09:30 Uhr 80807 München, Keferloher Straße 7, Ev. Luth. Dankeskirche
10:00 Uhr 80937 München, Hugo-Wolf-Straße 18, Ev. Luth. Versöhnungskirche
10:00 Uhr 85570 Markt Schwaben, Martin-Luther-Straße 22, Philippuskirche
10:00 Uhr 85586 Poing, Gebrüder-Asam-Straße 6, Ev. Gemeindezentrum

jeden 1. und 3. Sonntag im Monat
10:00 Uhr 81677 München-Bogenhausen, Barbarossastraße 3, Nazarethkirche
10:30 Uhr 81375 München, Ebernburgstraße 12, Reformations-Gedächtnis-Kirche

jeden 2. Sonntag im Monat
09:30 Uhr 81241 München-Pasing, Bodenstedtstraße 27, Gemeindezentrum Emmaus

jeden 1. 3. und 4. Sonntag im Monat
10:00 Uhr 80339 München, Gollierstraße 55, Auferstehungskirche West

jeden 3. Sonntag im Monat
09:30 Uhr 80796 München Schwabing, Hiltenspergerstr. 55-57, Kreuzkirche
10:00 Uhr 80637 München-Neuhausen, Dom-Pedro-Platz 4, Christuskirche
10:00 Uhr 85635 Höhenkirchen, Esterwagnerstraße 10, Kreuz-Christi-Kirche
10:00 Uhr 82131 Gauting, Ammerseestraße 19, Christuskirche
10:00 Uhr 81475 München-Fürstenried, Walliser Straße 11, Andreaskirche

jeden 4. Sonntag im Monat
09:30 Uhr 80933 München, Stanigplatz 1, Ev. Luth. Evangeliumskirche
09:30 Uhr München-Alte Heide, Echinger Straße 16, Nikodemuskirche
10:30 Uhr 80997 München, Ohlauer Straße 16, Magdalenenkirche
16:30 Uhr 81539 München, Wirtstraße 15, Wesleyanische Gemeinde

 

Alkoholfreies Abendmahl

Bekanntmachung des Evangelischen Oberkirchenrats
vom 27. September 1976

(GVBl. S. 113)

Die Zahl der Alkoholabhängigen in der Bundesrepublik hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Diese Tatsache führte in verschiedenen Gemeinden unserer Landeskirche zu Anfragen und Überlegungen wegen der Möglichkeit, alkoholfreie Abendmahlsfeiern abzuhalten. Alkoholkranke haben auch nach einer erfolgreichen Behandlung die Fähigkeit zu gesteuertem Alkoholgenuß verloren. Jeder Schluck Alkohol kann bei ihnen das Verlangen auslösen, weiter zu trinken, und die Suchterkrankung erneut aktivieren. Ein Rückfall aber bedroht nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern auch die der ganzen Familie. Darum gibt es für Alkoholsüchtige auch nach einer Entziehungskur nur die Möglichkeit, völlig auf Alkohol zu verzichten. Dies bedeutet, daß er auch den Genuß von Abendmahlswein vermeiden muß.
An dieser Problematik können wir bei unseren Abendmahlsfeiern nicht vorbeigehen. Wir dürfen Alkoholkranke weder von der Abendmahlsfeier ausschließen noch sie durch unsere Abendmahlsfeiern in Gefahr bringen. Um ihnen trotzdem eine Teilnahme am Abendmahl zu ermöglichen, gibt es verschiedene Wege, die jedoch nicht in gleicher Weise geeignet sind.
Folgende Möglichkeiten werden nicht empfohlen:
  1. Bei der Feier des Abendmahls in der Kirche setzen sich Alkoholkranke mit ihren Angehörigen gesondert, um etwa als letzte Gruppe aus dem eigens für sie bereitgestellten Kelch mit Traubensaft zu trinken.
  2. Alkoholkranke empfangen bei der Austeilung nur das Brot, aber nicht den Kelch.
Bei diesen Formen wird der Alkoholkranke von den anderen isoliert, womöglich gar bloßgestellt. Darum können sie nicht empfohlen werden. Die Gemeinde ist gerade bei der Feier des Abendmahls zur Solidarität mit den »Schwachen« verpflichtet.
Aus diesem Grund empfiehlt der Evang. Oberkirchenrat den Gemeinden, in regelmäßigen Abständen im Laufe des Kirchenjahres alkoholfreie Abendmahlsfeiern zu halten und darauf mündlich und schriftlich besonders hinzuweisen.
Bei Gemeinden mit monatlicher Abendmahlsfeier kann von Monat zu Monat zwischen einer Feier mit Wein und einer Feier mit Traubensaft abgewechselt werden.  In Festzeiten des Kirchenjahres (insbesondere der Passionszeit, Bußtag, Advents- und Weihnachtszeit), in denen das Abendmahl häufiger angeboten wird, sollte öfters zwischen einer Feier mit Wein und einer Feier mit Traubensaft abgewechselt werden.
Allerdings sollte aus alkoholfreien Abendmahlsfeiern kein »Prinzip« gemacht und überhaupt auf Abendsmahlsfeiern mit Wein verzichtet werden. Die Gemeinden sollten jeweils für ihre Situation beraten, ob die Problematik für sie besteht, und je nach Situation entscheiden. Als Getränk darf statt des Weins nur unvergorener Traubensaft verwendet werden. Das Angebot von alkoholfreien Abendmahlsfeiern wird vielen Gemeindegliedern ungewohnt sein und auf Ablehnung stoßen. Darum ist es nötig, die Gemeindeglieder mit der Problematik vertraut zu machen, um Verständnis und Einverständnis dafür zu gewinnen.
Darüber hinaus könnte dies zum Anlaß werden, daß sich Kirchengemeinderäte, Ältestenkreise, Gemeindekreise und Gemeindeversammlungen in der nächsten Zeit eingehend mit der Frage der Suchtkrankheiten beschäftigen und überlegen, welche Hilfen und Vorbeugemaßnahmen in ihrem Bereich möglich und sinnvoll sind. In einer Zeit, wo der Alkohol- und Nikotinmißbrauch die Gesundheit und Existenz vieler Menschen aller Altersstufen bedroht oder zugrunde richtet, sind wir als einzelne Christen und als Gemeinde in besonderer Weise herausgefordert, auch durch unseren Lebensstil als einzelne, in der Gruppe und in der Gemeinde Hilfe und Wegweisung zu geben. Für uns gewinnt das Wort des Apostels wieder neue Bedeutung: »Wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist« (1. Kor. 6, 19)