Jugendarbeit im Blauen Kreuz München e.V.

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Pressemitteilung/WHO/Kopenhagen, 26. September 2018

Ein heute veröffentlichter Bericht der WHO mit dem Titel Alkoholbedingte Verhaltensweisen bei Jugendlichen: Trends und Ungleichheiten in der Europäischen Region der WHO (2002–2014) bietet neue Einblicke in Daten zum Alkoholkonsum von Jugendlichen über einen Zeitraum von 12 Jahren. Aus dem Bericht geht hervor, dass der Alkoholkonsum unter Jugendlichen in der Europäischen Region abgenommen hat. Doch trotz dieses Rückgangs ist er nach wie vor gefährlich hoch – ein aus gesundheitspolitischer Sicht äußerst besorgniserregender Befund.
2014 gab mehr als jeder zehnte Jugendliche in der Europäischen Region in der Altersgruppe der 15-Jährigen (9% der Mädchen und 16% der Jungen) an, regelmäßig jede Woche Alkohol zu konsumieren. „Viele Jugendliche trinken schon in einem Alter regelmäßig Alkohol, in dem sie noch überhaupt nicht trinken sollten. Da wir wissen, dass in dieser entscheidenden Entwicklungsphase in ihrem Leben jeglicher Alkoholkonsum besonders schädlich ist, trägt die Politik die Verantwortung dafür, nachweislich wirksame Maßnahmen durchzuführen, etwa die Beschränkung des Zugangs, die Durchsetzung von Altersgrenzen und die Beschränkung jeglicher Art von Alkoholwerbung, einschließlich der digitalen Vermarktung. Obwohl die Europäische Region ihr im Aktionsplan gegen nichtübertragbare Krankheiten festgelegtes Ziel einer Reduzierung um 10% für 2025 bereits erreicht hat, kann doch noch weit mehr getan werden, um den verheerenden Einfluss von Alkoholkonsum auf die vorzeitige Mortalität und Morbidität zu verhindern“, erklärte Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa.
Zentrale Befunde des Berichts
In der unter der Federführung der University of St Andrews durchgeführten Studie werden die Trinkgewohnheiten der Jugendlichen in 36 Ländern der Europäischen Region dokumentiert. Für die Trendanalyse wurden Daten aus vier Runden der Studie über das Gesundheitsverhalten von Kindern im schulpflichtigen Alter (HBSC-Studie) verwendet, die zwischen 2002 und 2014 durchgeführt wurden. Dabei wurden besorgniserregende Trends ermittelt:
    •    Übermäßiger Alkoholkonsum ist immer noch weit verbreitet: Etwa ein Viertel der Jungen und mehr als ein Fünftel der Mädchen gaben an, mit 15 Jahren schon zwei oder mehrere Male betrunken gewesen zu sein. Seit 2002 konnten die nordischen Länder in Bezug auf Trunkenheit die stärksten Rückgänge verzeichnen.
    •    2014 gaben mehr als ein Viertel der 15-Jährigen (28%) an, mit 13 Jahren oder früher zum ersten Mal Alkohol konsumiert zu haben (25% der Mädchen und 31% der Jungen). 2002 waren es noch 46%, und dieser Abwärtstrend bewegt sich in den meisten Ländern für Jungen und Mädchen jeweils in derselben Größenordnung.
    •    In Nordeuropa sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Bezug auf wöchentlichen Alkoholkonsum nahezu verschwunden, sodass Mädchen und Jungen mittlerweile ein ähnliches Niveau aufweisen. Stärker ausgeprägt sind diese Unterschiede in den Ländern Mittel-, Ost- und Südeuropas, wo die Prävalenzraten für Jungen aktuell etwa doppelt so hoch liegen wie für Mädchen.
    •    2014 gaben rund ein Zehntel der Jugendlichen an, mit 13 Jahren oder früher zum ersten Mal betrunken gewesen zu sein (7% der Mädchen und 9% der Jungen). Dies ist ein Rückgang um mehr als die Hälfte gegenüber 2002 (17% bzw. 8%). Er wurde für Jungen wie Mädchen verzeichnet, wobei er in den meisten Ländern unter Jungen deutlich ausgeprägter war.
Die Abnahme des Alkoholkonsums ist sehr ungleichmäßig verteilt: in manchen Ländern sind seit 2002 keine oder nur sehr geringe Veränderungen festzustellen.
Dr. Jo Inchley, Chefredakteurin des Berichts, sagte: „Der Rückgang in Bezug auf schädlichen Alkoholkonsum fällt am stärksten in jenen Ländern aus, die traditionell eine höhere Prävalenz hatten, wie etwa Großbritannien und die nordischen Länder. Dies zeigt deutlich, dass Veränderungen möglich sind, doch es muss mehr getan werden, um die Jugendlichen wirksam vor einer Schädigung durch Alkoholkonsum zu schützen.“
Wo liegen die Risiken des Alkoholkonsums von Jugendlichen?
Alkoholkonsum im Jugendalter, einschließlich eines niedrigen Einstiegsalters, häufigen Konsums und häufiger Trunkenheit, hat Auswirkungen auf die physische, soziale und körperliche Gesundheit. Alkoholkonsum ist ein wesentlicher Risikofaktor in Bezug auf tödliche wie nichttödliche Verletzungen und Unfälle, Suizidversuche und den Gebrauch anderer Substanzen und wird auch mit unerwünschten Schwangerschaften, sexuell übertragbaren Krankheiten, schwachen schulischen Leistungen und Gewalt in Verbindung gebracht.
Alkoholkonsum im Jugendalter wird zudem für funktionelle und strukturelle Veränderungen im Gehirn verantwortlich gemacht, die auch im Erwachsenenalter nachwirken. In jüngster Zeit haben Untersuchungen schädliche Auswirkungen eines frühen Alkoholkonsums auf die Entwicklung des Gehirns nachgewiesen, die beispielsweise Lernschwierigkeiten nach sich ziehen. Es ist auch wissenschaftlich belegt, dass ein Hinauszögern des Einstiegs Jugendlicher in den Alkoholkonsum das Risiko senkt, dass sie im späteren Leben zu Trinkern werden.

 


Alkohol: Jugendliche trinken so wenig wie seit den 1970ern nicht mehr

Alkohol wird unter jungen Menschen uncooler. Auch das Alter, in dem erstmals Bier, Wein und Härteres probiert wird, steigt.

Jugendliche trinken nach einer neuen repräsentativen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weniger und maßvoller Alkohol als früher. So greift durchschnittlich jeder Zehnte befragte Teenager zwischen 12 und 17 Jahren einmal in der Woche zu alkoholischen Getränken, teilte die Bundesbehörde mit. Im Jahr 2004 waren es noch mehr als doppelt so viele (21,2 Prozent).

Regelmäßiges Trinken unter jungen Menschen

Blaues Kreuz München e.V. Teaserbild Jugendliche und Alkohol Für die Studie wurden von März bis Juni 2016 bundesweit 7.003 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren befragt. Nie zuvor seit den 1970er Jahren gaben weniger an, mindestens einmal die Woche und damit regelmäßig Alkohol zu trinken. Auch bei den Älteren sei der regelmäßige Alkoholkonsum rückläufig, heißt es in der Studie. Knapp ein Drittel (30,7 Prozent) trinkt hier regelmäßig, 2004 war es fast die Hälfte (43,6 Prozent). Mehr als ein Drittel der befragten 12- bis 17-Jährigen (36,5 Prozent) gibt in der jüngsten Umfrage an, noch nie Bier, Wein oder Schnaps probiert zu haben. Das ist der höchste Anteil von Abstinenzlern seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001.
Fast jeder siebte interviewte Teenager (13,5 Prozent) gab allerdings zu, sich im Monat vor der Umfrage einmal in einen Rausch getrunken zu haben. Gut drei Prozent von ihnen konsumierten dabei Mengen, die bereits für Erwachsene als riskant gelten. 2004 hatte jedoch noch fast ein Viertel (22,6 Prozent) der jungen Leute Erfahrungen mit sogenanntem Komasaufen - und jeder Zehnte langte dabei über alle Maßen zu.

Durchschnittsalter beim ersten Alkoholrausch

"In Deutschland trinken immer weniger Jugendliche regelmäßig Alkohol, das ist eine gute Nachricht", sagt Marlene Mortler (CSU), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Auch das Alter, in dem Jugendliche das erste Mal zur Flasche griffen, habe sich auf rund 15 Jahre erhöht. Das ist rund ein Dreivierteljahr später als 2004. Ihren ersten Alkoholrausch und die Folgen erleben junge Leute heute durchschnittlich mit 16 Jahren. 2004 waren sie 15.
Mortler sieht den positiven Trend auch als Ergebnis guter Aufklärungsarbeit. So kennen mehr als zwei Drittel der Teenager zum Beispiel die Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit", die Wissen ohne erhobenen Zeigefinger vermitteln will. Die Kampagne wird mit Plakatmotiven im Comicstil fortgesetzt. Ein Spruch lautet: "Das letzte Bier war schlecht. Sagt mein Kater." (Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, 18. Mai 2017)

Dieser Trend, den wir - bis auf die Entwicklung im Komasaufen - mehr als begrüßen, ist sicherlich auf die konsequente Aufklärung seitens der dhs, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Arbeit der Suchthilfeorganisationen zurückzuführen. Für uns ein Impuls die Arbeit mit jungen Erwachsenen und Jugendlichen verstärkt in den Focus zu nehmen und in den folgenden Jahren intensiv auszubauen.


 

blu:prevent erfolgreich im Web

Vollfrei – Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt für Suchtgefahren sensibilisieren

Wuppertal. Frei sein ist ein Gefühl, das unbeschreiblich ist. Sucht engt dagegen ein, zerstört und lässt Träume platzen. blu:prevent, die Suchtpräventionsarbeit des Blauen Kreuzes, träumt davon, dass Kinder und Jugendliche frei sind, frei werden und frei bleiben, dass sie ihre Träume verwirklichen können und Hoffnung, Sinn und Perspektive haben. Um möglichst viele junge Menschen, besonders in den Social Networks, mit dieser Vision zu erreichen, hat sich blu:prevent auf den Weg gemacht und ein neues Branding (Marke) sowie einen neuen Claim (Slogan) entwickelt. Mit einem innovativen variablen Logo und dem Claim „Vollfrei“ soll damit zukünftig einiges bewegt werden. Als innovativer Ideengeber möchte blu:prevent authentische, lebensnahe Angebote zur Suchtprävention für Kinder und Jugendliche entwickeln und verbreiten, die sie in ihrer Lebenswelt für Suchtgefahren sensibilisieren.

Neue interaktive VOLLFREI-Website für Jugendliche Um explizit Jugendliche ansprechen zu können, wurde die herkömmliche blu:prevent-Seite neu angepasst. Bisher wurde versucht, mit nur einer Website beide Zielgruppen anzusprechen (Jugendliche und Multiplikatoren). Um die unterschiedlichen Zielgruppen noch konsequenter erreichen zu können, wurden zwei neue Seiten entwickelt.
Unter www.bluprevent.de finden sich weiterhin die Angebote für Multiplikatoren bzw. die breite Öffentlichkeit und Interessierte.

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Unter www.vollfrei.de können sich seit Mitte Mai Jugendliche auf unterhaltsame und interaktive Weise mit dem Thema „Sucht“ beschäftigen. Sie werden auf eine kleine Reise mitgenommen, wo sie sich über eine Video-Scroll-Story durch die Website arbeiten können. Sehr interessant und lohnenswert anzuschauen.

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Neu! Kurzclip für #vollfrei und App-Erklär-Clip für Jugendliche

Mit dem Start der #vollfrei-Website gibt es den ersten coolen Teaser (kurzer Clip) von #vollfrei, der auch auf unserem YouTube-Channel zu finden ist:
=> Zum #vollfrei-Clip
Der Teaser kann hervorragend für Präsentationszwecke eingesetzt werden.

Seit einigen Tagen gibt es ganz neu auch einen kurzen und unterhaltsamen Erklärfilm für Jugendliche, der auch auf dem blu:prevent-YouTube-Channel zu finden ist: => Zum App-Clip