Dominik Schottner "Dunkelblau: Wie ich meinen Vater an den Alkohol verlor"

Eine sehr persönliche und bewegende Familiengeschichte. Keine „leichte Kost“. Das Ende steht von Anfang an fest, der Tod von Dominik Schottners Vater. Verursacht, durch eine lange Geschichte des starken Alkoholmißbrauchs. Man erfährt viel über die Probleme und Konsequenzen die der Mißbrauch von Alkohol mit sich bringt; auch das Leid das die Angehörigen in dieser Zeit erfahren, werden von ihm, als Sohn, ehrlich und in seiner ganzen Hilflosigkeit beschrieben. Ein sehr empfehlenswertes Buch.

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Interview mit Dominik Schottner
BR podcast - Blaue Couch vom 11.03.2018

Empfohlen von Ingrid Nerz / Vorstand BKM

 


Die Autorin Amy Liptrop ist auf den Orkney-Inseln aufgewachsen. Der Vater litt an einer bipolaren Störung und war öfters in stationärer psychiatrischer Behandlung. Die Mutter war Mitglied in einer fundamentalistischen christlichen Sekte. Kaum erwachsen entfloh Amy dem einsamen ländlichen Leben auf den Orkney-Inseln und zog nach London, wo sie sich voll in das Party-Leben stürzte. Alkohol und Drogen wurden zusehends zu einem immer größeren Problem. Schonungslos schildert sie die Abgründe und Peinlichkeiten ihrer Suchtkarriere.

Die Einsicht, dass sie ein Problem hat, kam jedoch erst spät. Bis sie sich wirklich dazu entschied, eine Therapie zu machen, musste sie viele Dinge erleben, auf die sie heute wahrlich nicht stolz ist. Sie kehrte zurück in die raue Natur der Orkney-Inseln, dem Ort ihrer Kindheit, um mit Hilfe der anonymen Alkoholiker trocken zu werden. Sie versucht, die 12 Schritte zu gehen, hat aber damit ihre eigenen Probleme; vor allem mit der strengen Religiosität der AA´s, die sie schmerzlich an die Erfahrungen mit ihrer Mutter erinnern. Die raue, abweisend wirkende Natur hilft ihr, ihren eigenen Weg in die Trockenheit zu finden. Sie beschreibt wunderbar und eindrucksvoll ihre oft zwiespältigen Gefühle und Zweifel auf dem Weg in die Trockenheit, wie sie nur eine Betroffene in Worte fassen kann. Dazu kommen herrliche und sehr sachkundige Beschreibungen der Natur und dem Leben auf den einsamen Inseln.

Ein eindrucksvolles Buch, das in England bereits ein Bestseller ist.

(Rezension von Volker Rundel, Vorstand BKMeV)

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Bernd Zschiesche, geb. 1945 in Leer, studierte in Berlin Elektrotechnik. Nach dem Studium übersiedelte er nach München und übernahm eine vertriebliche Tätigkeit in einem Großkonzern. Im Rahmen seiner Führungsfunktion wurde er erstmals mit der Thematik Alkoholkrankheit konfrontiert. Er erkannte schnell den Handlungsbedarf auf diesem Gebiet und machte eine Zusatzausbildung in der betrieblichen Suchtkrankenhilfe. Anschließend übernahm er in ehrenamtlicher Funktion die Beratung von alkoholkranken Mitarbeitern im Konzern. Hierzu gehörte auch die Aufklärung der Führungskräfte über die Krankheit und über die richtige Vorgehensweise, die zur Lösung von der Suchtabhängigkeit führt.

Seit 22 Jahren leitet Bernd Zschiesche innerhalb einer Suchthilfeorganisation eine Selbsthilfegruppe für Alkoholkranke in München. Weiterhin führt er bundesweit Seminare für Führungskräfte und Arbeitnehmervertretungen durch, in denen das Krankheitsbild Alkoholismus intensiv behandelt und der Aufbau der betrieblichen Suchtkrankenhilfe erläutert wird. Bei der Agentur für Arbeit in München arbeitete Bernd Zschiesche 2 Jahre in der Suchtberatung und führte in dieser Tätigkeit die betriebliche Suchtkrankenhilfe ein.

Im vorliegendem Buch beschreibt Bernd Zschiesche die Arbeitsweise der Selbsthilfegruppe für Alkoholkranke im Rahmen der Suchthilfe. Wie ist die Selbsthilfegruppe strukturiert, wie funktioniert sie und wie wird sie geführt? Worüber redet man da eigentlich? Die meisten Menschen haben keinerlei Vorstellungen, was sich in einer Selbsthilfegruppe für Alkoholkranke abspielt. Er zeigt die Unterschiede auf, die in der Arbeitsweise der Suchthilfeorganisationen existieren. Das Buch ist so aufgebaut, dass Bernd Zschiesche dem unerfahrenen Gruppenleiter eine Anleitung an die Hand gibt, wie er eine Selbsthilfegruppe erfolgreich leiten kann. Leser, wie Alkoholkranke, Angehörige von Alkoholkranken, Mediziner, Sozialpädagogen, Juristen, Suchtkrankenhelfer oder Interessierte an der Thematik sind gleichsam Zuhörer, die auf diesem Weg lernen, die Bedeutung der Selbsthilfegruppe zu erkennen. Die Thematik ist so aufbereitet, dass sie auch für den Laien verständlich lesbar ist.

Zu hoffen ist, dass Alkoholkranken und deren Angehörigen mit diesem Buch ein wenig die Angst vor dem ersten Besuch der Selbsthilfegruppe genommen wird.
Nicht zuletzt sollen die leider immer noch tiefsitzenden Vorurteile in der Bevölkerung über den Alkoholismus durch Vermittlung von Fachwissen abgebaut werden.

Das Buch kann zu einem Preis von 12,50 € zzgl. Versandkosten über unser Koordinationsbüro: office@blaues-kreuz-muenchen.de, bestellt werden.